elegie für lampedusa

rock

alles hier alles ist überflüssig
überfließend mit den suchenden den flüchtenden den geretteten
wo fließen die tränen wo fließen sie hin

lampedusa dieses wort
rauscht wie das meer in meinem kopf

lampedusa du schöne
insel der freiheit insel der sehnsucht
hoffnung not sturm hilfe tod alles in diesem wort lampedusa
auf meiner zunge bist du so weich
aber deine ufer sind hart und schwer dein herz
von den toten in deinem bauch und immer mehr davon
wie tief wie viele gräber werden wir in deine haut noch graben müssen
wann berühren sich die toten in der erde mit den toten im meer
die nie gefunden wurden die wir nicht kannten
und die sie kannten wollen wir nicht kennen
so viel trauer im überfluss
aber das große meer deckt alles zu

lampedusa du schöne
wirst vergewaltigt wirst zur medusa
aus deinen steilufern wachsen schlangen aus ihnen fließt
so viel gift in unsere köpfe
im überfluss die menschen und immer dann
wird der einzelne vergessen geht unter in den fluten
hier im meer vor der festung die schon nah aber doch unnahbar
uneinnehmbar unverzeihlich

lampedusa ich weine für dich
aber was sind schon meine tränen wo alle glut erlischt
und sich im meer verliert wie das leben der reisenden
deren verzweiflung mit den lächerlichen booten auf den wogen treibt
gibt es ein ende ein begreifen ein eingreifen

lampedusa, lampedusa
ich weiß es nicht

3 Antworten zu “elegie für lampedusa

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